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Nach verhindertem Nazi-Aufmarsch

Braune Chaoten randalieren in Pirna

Im Nachgang einer verhinderten Demonstration der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen anlässlich der Bombardierung Dresdens vor 65 Jahren randalierten
ca. 200 rechtsextrem Gesinnte in Pirna.

Randalierend und Parolen brüllend sind am Abend des 13.Februar circa 400 Rechtsextreme durch Pirnas Altstadt gezogen. Eskaliert sind die Ausschreitungen in einem Angriff auf das Bürgerbüro der SPD-Landtagsabgeordneten Dagmar Neukirch auf der Langen Straße 43. Mit zahlreichen massiven Steinwürfen zerstörten die Randalierer die komplette Fensterfront des Bürgerbüros.

Eine Person hielt sich zum Zeitpunkt des Überfalls in den Geschäftsräumen der SPD auf. Er verschanzte sich in den hinteren Räumen und rief die Polizei. Die Meute zog danach Richtung Busbahnhof und stieg in dort abgestellte Reisebusse. Die Polizei stoppte die acht Busse auf der B172a und nahm die Personalien von den rund 400 Personen fest. Die B172a war wegen diesem Polizeieinsatz für über 1,5 Stunden blockiert. Nach Feststellung der Personalien durften die Busse ihre Reise unter Polizeigeleit fortsetzen.

Laut Augenzeugen sollen die Rechtsextreme schon am frühen Samstag Morgen mit Bussen in die Elbestadt gekommen sein, um von dort aus mit S-Bahnen weiter nach Dresden zu fahren. Auf ihrem Rückweg ist es vor der Abfahrt aus Pirna, zu den Krawallen gekommen. Die Koordination der Busse soll ein Pirnaer NPD-Stadtrat übernommen haben.

Sebastian Reißig von dem Pirnaer Verein Aktion Zivilcourage e.V., deren Büro ebenfalls in der Langen Straße 43 ist, äußert sich entsetzt.: „Die Braunen Chaoten haben hier ihre Maske abgelegt und ihr wahres Gesicht gezeigt. Nicht friedliches Gedenken, sondern Gewalt,Zerstörung und Hass leitete ihr Handeln.“

Die Aktion Zivilcourage versteht sich als überparteiliches Bündnis. Der Verein setzt sich aktiv und positiv für die Stärkung von Demokratie, Offenheit, Zivilcourage, Toleranz und Vielfalt ein. Außerdem engagieren der Verein sich für die Zurückdrängung von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Diskriminierung, Rassismus und Gewalt. Der Fokus liegt dabei auf dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.



13. Februar 2011

Aufruf zur Solidarität mit den Protesten gegen die Neonaziaufmärsche in Dresden

Der Landesjugendkonvent Sachsen, vertreten durch seinen Vorstand, hat am 07.11.2010 folgenden Aufruf beschlossen:

„Als evangelische Jugend finden wir es notwendig zu handeln, wenn Neonazis erneut versuchen einen der größten Aufmärsche Europas in unserer Landeshauptstadt abzuhalten und ihre menschenverachtende Ideologie zu verbreiten. Wie im letzten Jahr in Jena, Köln, Berlin und dieses Jahr in Leipzig will sich auch 2011 in Dresden ein breites Bündnis durch Aktionen des zivilen Ungehorsams mit Menschenblockaden den Nazis entgegenstellen.

Als Christen werden wir nicht wegsehen, sondern werden uns in unserer vielfältigen Art und Weise an den Protesten gegen Aktionen von Neonazis rund um den 13. Februar 2011 in Dresden beteiligen. Wir rufen die Evangelische Jugend dazu auf, den Rechtsextremen nicht die Straße zu überlassen, sondern wollen den Neonazis, aber auch Dresden und der Welt zeigen, dass braunes Gedankengut bei uns keinen Raum haben darf und soll.“

Der Landesjugendkonvent ruft alle Einrichtungen und Mitarbeiter der Jugendarbeit in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens dazu auf, sich diesem Aufruf anzuschließen und über geeignete Wege den Jugendlichen unserer Jugendarbeit zur Kenntnis zu geben. Er hofft, auf diesem Wege so viele Menschen wie möglich zu mobilisieren und am 13. Februar in Dresden zu sehen.



Dreimal alles

60 Sekunden Facebook

Statusmeldungen, Freunde finden, Bilder hochladen, Kommentieren, Fotos taggen, Fanseiten mögen – das sind typische Aktivitäten, die die 500 Millionen Benutzer auf Facebook am liebsten vollziehen.

Der Kurzclip des Time Magazine zeigt, was und wieviel zig hundertausende User gleichzeitig in einer Minute auf Facebook tätigen.



Gute Nachricht

Pirna sieht Erfolge im Kampf gegen Neonazis

Der neue Pirnaer Koordinator gegen Extremismus, Johannes Enke, sieht in der Region große Erfolge im Kampf gegen rechte Gewalt. "In den letzten Jahren ist es uns gelungen, die Problematik der rechtsextremistischen Gewaltdelikte deutlich zurückzudrängen", sagte Enke MDR INFO. 2005 habe man im Landkreis Sächsische Schweiz noch 29 solcher Gewalttaten verzeichnet, 2009 seien es nur noch acht gewesen und das im wesentlich größeren Kreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge. weiter



Monsternadeln

Kunst mit Googles Suchnadeln

Zwischen den Jahren eine kleine Empfehlung: Aram Bartholl macht schöne Kunst für digitale Menschen. Er stellt Googles Suchnadeln da hin, wo Google die Zentren der Städte angibt, mauert USB-Sticks in Wänder, um damit ein anonymes Offline-peer-to-peer-file-sharing-Netzwerk zu schaffen und zeigt seinen Auftritt in Googles Streetview als seine 15 Seconds Of Fame (als er das Google-Streetview-Auto sah, rannte er winkend hinterher - und fand sich so online auch wieder). Na dann: Schöne Weihnachtsferien!



13.02.2011

Menschenkette bis in die Dresdner Neustadt

Gemeinsam mit Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) rufen die demokratischen Parteien des Stadtrates, Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft, Kultur, Sport, Gewerkschaften und Kirchen sowie die jüdische Gemeinde und zivilgesellschaftliche Akteure alle Bürger zum gemeinsamen Handeln am 13. Februar 2011 auf. Der Jahrestag der Luftangriffe auf Dresden von 1945 wird in diesem Jahr unter dem Motto „Erinnern und Handeln. Für mein Dresden" begangen. Die Menschenkette wird wieder als lebendiges Symbol durch die Altstadt führen. Es ist 2011 aber auch vorgesehen, die Elbe über zwei Brücken zu queren. Zum gesamten Aufruf



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